Interview Nino

Interview Nino

Nino, du bist nicht der klassische Coaching Case. Was war deine Motivation das Ernährungscoaching anzufangen?

Ich fahre seit einigen Jahren wieder ambitioniert Rennrad auf Wettkampfniveau. Ich trainiere im Schnitt 60-120 Minuten am Tag unter der Woche und am Wochenende stehen neben den Rennen häufig längere Einheiten von bis zu 5-6 Stunden auf dem Plan. Die Sommer Saison ist geprägt von sehr intensiven Trainings und Rennen, während man in den Wintermonaten weniger intensiv trainiert. Letztes Jahr habe ich verstärkt gemerkt, dass ich Mühe hatte, die Fettreserven, die ich über die Off-Season zugenommen hatte, wieder loszuwerden. Das hat dazu geführt, dass ich für einige entscheidende Trainingseinheiten nicht das Gewicht hatte, das ich gern gehabt hätte. Das schlägt ziemlich auf die Motivation und das Vertrauen in die eigenen Mittel und aus dem Grund, habe ich mich entschieden, mir professionelle Hilfe von Dario zu holen.

Du bist sehr schlank. Wie kann ich mir das vorstellen, wenn du von Zunehmen sprichst? Wie viel hast du über deine Off-Season jeweils zugenommen?

Normal wären zwischen 2-4 kg. Das trainiert man sich in der Regel relativ schnell wieder ab. In meinem Fall waren es ca. 5kg, die ich zugenommen habe und nicht mehr losgeworden bin. Auf dem Rennrad spürt man jedes zusätzliche Kilo. Vor allem an den steilen Bergstrecken, die eigentlich meine Stärke darstellen, spielt das eigene Körpergewicht eine entscheidende Rolle.

Wird das Thema Ernährung bei so ambitionierten Fahrern wie dir nicht spezifisch gecoacht?

Nein. Ich habe zwar einige rudimentäre Tipps bekommen, aber ehrlich gesagt waren die sehr «old school» und bei weitem nicht so detailliert wie das Coaching, dass ich von Dario erhalten habe.

Vor dem Coaching mit Dario habe ich eher weniger gegessen und die Makros haben nicht gestimmt. Ich habe sehr wenig Kohlenhydrate zu mir genommen, war unsicher und habe jede Entscheidung hinterfragt. Einen genauen Plan zu haben und zu wissen, was ich essen sollte, gibt mir ein viel besseres Lebensgefühl. Zudem habe ich festgestellt, dass ich nach den Trainings nicht mehr so „leer“ bin, was sicherlich auf die bessere Nahrungsaufnahme zurückzuführen ist.

Was war dein konkretes Ziel, mit dem du zu Dario gekommen bist?

Mein Ziel war das optimale Gewicht zu erreichen. Das heisst einen sehr tiefen Fettgehalt zu erreichen, ohne Muskeln zu verlieren. Körperfett ist eigentlich wie zusätzlicher Ballast, den du auf dem Rad mitschleppst. Aber es ist ein sehr schmaler Grat, das optimale Gewicht zu erzielen, bei dem man die volle Leistungskraft erbringen kann und dabei so leicht wie möglich ist.

Konkret heisst das, ich habe meinen Körperfettgehalt von 7% auf 4.5% reduziert. Das war genau mein Ziel. Weniger würde eine Leistungseinbusse mit sich bringen.

Wie haben deine Familie und deine Teammitglieder darauf reagiert, dass du dir einen Ernährungscoach nimmst?

Meine Familie war sehr positiv. Meine Frau hat gesehen, dass ich mich besser und abwechslungsreicher ernähre und auch sie hat davon profitiert. Ich koche sehr gerne und versuche so viel wie möglich selbst zu kochen. So wissen wir genau, was wir essen. Das ist uns sehr wichtig, auch für das Wohl unserer kleinen Tochter. Durch die Struktur und das Tracking bin ich viel entspannter geworden. Ich kann mir nun viel besser erlauben, auch mal ein Dessert zu essen, wenn ich es in mein Kalorienbudget einplane.

Meine Teamkollegen waren natürlich auch interessiert, was ich anders mache, als sie meine Leistungsverbesserung gesehen haben. Das Gewicht ist wie gesagt ein sehr heikles Thema im Radsport. Jeder versucht das Optimum zu erreichen. Dabei gibt es leider auch Fälle in denen sogar mit Abführmitteln und ähnlichem versucht wird das Gewicht zu reduzieren.

Hat dein Training unter der Diät gelitten oder musstest du hungern bei so intensiven Trainings?

Nein, das hat super harmoniert. Meine Diät fiel genau in die Wettkampfphase. Ich hatte zwar keine Rennen, aber viele intensive Trainings. Daher hat Dario mir einen sehr proteinreichen Ernährungsplan zusammengestellt, damit wir so gut wie möglich sicherstellen, dass ich keine Muskeln verliere. Das ist super aufgegangen und ich habe in den Trainingseinheiten praktisch keine Krafteinbussen in Kauf nehmen müssen.

Ich hatte auch nicht den Eindruck, dass die Diät besonders hart war. Ich konnte genug essen und hatte nie Heisshunger nach den Trainings oder bin hungrig ins Bett gegangen, wie es bei mir früher häufiger der Fall war. Vor dem Coaching hatte ich die Tendenz, den Tag über zu wenig zu essen und als Konsequenz hat mein Körper darauf irgendwann mit extremem Heisshunger-Attacken reagiert.

War es leicht sich an den Ernährungsplan zu halten? Hast du deine Mahlzeiten getrackt?

Mir fiel es tatsächlich leicht. Ich bin sehr diszipliniert und kann gut an Dingen dranbleiben und das ist das A und O.

Ich hatte das Gefühl, dass mir der Ernährungsplan das Leben sogar vereinfacht. Ich bin ein Zahlen-Mensch und funktioniere sehr gut mit konkreten Strukturen. Ich habe angefangen, meine Kalorien per App zu tracken und das gab mir viel Freiraum. Inzwischen ist das Kalorientracking zur Routine geworden und funktioniert sehr gut.

Ich trainiere des Öfteren mehrmals täglich und habe mir daher bereits vor dem Coaching mein Essen jeweils mitgenommen oder mir etwas geholt. Also war das für mich einfach umzusetzen. Lediglich an den Mengen und den Inhalten musste ich einige Anpassungen vornehmen. Hinzu kommt, dass ich wie gesagt sehr gerne selbst koche, das kann mir bei diesem Projekt natürlich auch zu Gute.

Hattest du je ein Motivationstief? War etwas besonders schlimmer für dich oder einfacher als du gedacht hättest?

Ich wollte das unbedingt und musste mich nicht motivieren. Ich war sehr neugierig und nach 2-3 Tagen lief es einfach. Ich war vorher ja auch nicht derjenige der eine ungesunde Ernährung hatte. Daher hatte ich nicht gross das Gefühl, dass ich auf etwas verzichten musste. Ausser auf Brot 😊. Meine Tochter und ich lieben frisches Brot und dort muss und musste ich mich etwas zurückhalten, um nicht den ganzen Laib zu essen. Aber da ich weiterhin Brot essen konnte, war auch das natürlich kein grosses Problem.

Hat sich durch das Coaching auch dein Training verändert?

Dario hat mir auch noch einen Trainingsplan für den Winter zusammengestellt. Im Sommer ist das ganze Training praktisch nur auf das Radfahren ausgelegt. Diesen Winter habe ich den Trainingsplan von Dario eingebaut. Ich habe bereits bemerkt, dass meine Bewegung und Stabilität sich durch das Krafttraining verbessert haben. Ob es auch Auswirkungen auf meine Kraft beim Radfahren hatte, werde ich erst mit den Trainings in den nächsten Monaten sehen. Gefühlstechnisch denke ich aber, dass es sehr wohl geholfen hat.

Hattest du eine Erwartung wie das Coaching ablaufen würde? Wurde die erfüllt oder war es ganz anders als erwartet?

Das war komplettes Neuland für mich. Ich hatte überhaupt keine Vorstellung und fand es wirklich cool, weil Dario so offen und ehrlich war und keine Zauberformeln hatte, sondern die Fakten auf den Tisch gelegt hat.

Warum hast du dir einen Coach genommen und wie bist du auf Dario gekommen?

Es gibt bei diesem Thema einfach tausend Meinungen und tausende Ideen. Das macht unsicher und schlägt wie gesagt auf die Motivation und das Selbstvertrauen, was bei einer Sportart wie das Rennradfahren entscheidend ist. Es ist so ein wichtiger Baustein für mein Hobby und ich wollte jemanden an meiner Seite, der wirklich eine Ahnung davon hat und mich in diesem Thema begleitet.

Bei mir war der Körperfettgehalt bereits so tief, dass es wirklich darum ging an den Feinheiten zu Schrauben und dafür muss man das nötige Wissen haben und es gibt dir einfach ein besseres Gefühl, ein Profi an der Seite zu haben.

Dario kannte ich bereits von einem früheren Arbeitgeber und er wurde mir zusätzlich von einigen Kollegen empfohlen.

Wie war Dario für dich als Coach?

Ich mag es, wenn man offen und ehrlich zueinander ist. Diese Eigenschaften sind bei Dario stark ausgeprägt und das kommt mir sehr entgegen. Dario hat ein riesengrosses und fundiertes Wissen, was Ernährung betrifft. Er sagt dir auch mal Sachen, die du nicht hören willst. Aber das ist auch die Aufgabe eines guten Coaches und er hat dort immer die richtigen Worte und die richtige Dosierung gefunden. Für mich ist Dario als Coach sehr angenehm und ich schätze seinen wissenschaftlichen Ansatz sehr.

Ich kann ihm voll und ganz vertrauen, da man bei ihm sofort merkt, dass er weiss, wovon er spricht. Und ich habe mir tatsächlich keine Sekunde überlegt, ob es wohl funktioniert. Ich wusste es wird funktionieren, solang ich mich an meinen Plan bzw. an meine Kalorien halte. Und genauso war es.

Würdest du ihn weiterempfehlen?

Ja, absolut!

Welches Resümee würdest du von deinem Eat & Train Coaching ziehen?

Es hat super Spass gemacht und nach 2-3 Wochen sieht man bereits Ergebnisse, was unheimlich motiviert dran zu bleiben. Wenn ich nochmal starten könnte, würde mir nur eine Veränderung in den Sinn kommen: Ich hätte es viel früher machen sollen.

Vielen Dank Nino für das spannende Interview und den Einblick in die Welt eines Rennrad-Amateurs. Wir freuen uns sehr dich auch künftig begleiten zu dürfen und wünschen dir weiterhin viel Erfolg und Freude für deine sportliche Laufbahn.

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